Lernen

Bewegung ist Grundlage und Motor des Lernens. Ein Kind hüpft Treppen rauf und runter, balanciert auf Mauern, geht am Bordstein entlang... für Erwachsene sind das eher unsinnige Handlungen, sie kosten Zeit und Kraft und stellen ein Risiko dar. Durch solche Situationen kosten die Kinder ihre Lust am Bewegen und am sinnlichen Erfassen ihrer Welt aus, um die eigenen Grenzen auszuloten und um sich ein Bild von der Welt zu machen sowie sich selbst im Zusammenhang mit ihr zu erleben.
Im Handeln lernt das Kind Ursachen und Wirkungszusammenhänge kennen und begreifen. Wichtig hierbei ist das selbständige Handeln und das eigene Erfahren dieser Zusammenhänge. Dabei ist es auch wichtig, Fehler machen zu dürfen. Kinder sind neugierig (Neugierde ist der Antrieb zum Lernen). Sie suchen immer nach neuen Herausforderungen um sich weiterentwickeln zu können. Interessant ist, was auch scheitern kann, denn die völlige Sicherheit wird schnell langweilig, weil sie keine Herausforderung mehr bietet. Sichere Kinder suchen Unsicherheiten, weil sie sich an ihnen erproben und weiterentwickeln.
Voraussetzung für die Bereitschaft, den Fehler als Lernchance zu sehen, als Herausforderung für den nächsten Schritt, ist die emotionale Sicherheit des Kindes, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Nur durch selbständigen Umgang mit (kalkulierbaren) Risiken und Gefahren können Kinder die Kompetenz erwerben, die eigenen Grenzen zu erkennen und das eigene Handeln darauf abzustimmen.

Kinder lernen in den ersten sechs bis acht Lebensjahren so viel wie in keiner anderen Lebensphase; Lernen ist hier in erster Linie Lernen über Wahrnehmung und Bewegung, über konkretes Handeln und über den Einsatz aller Sinne! Denn Erfahrungen im sensomotorischen Bereich sind Voraussetzungen zum Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen.

(Renate Zimmer, Toben macht schlau, Freiburg 2004)

 

Entwicklung kognitiver Fähigkeiten (in Anlehnung an die Entwicklungstheorie nach Piaget)

  • Intelligenz ist aktiver Aufbau von Erkenntnis durch zunehmende Strukturierung und Organisation von Erfahrung.

  • Erfahrungen finden stets auf der Ebene von Wahrnehmung und bewegungsbezogener Handlung statt (in Abhängigkeit der Umweltgegebenheiten)

  • Aktiver Austausch des Kindes und seiner personalen bzw. materialen Umwelt.

  • Vielseitige Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen bilden die Basis für den Erwerb kognitiver Fähigkeiten.

  • Durch handelnde Auseinandersetzung mit der Umwelt, durch Materialerfahrung, durch ein zunehmendes Körperbewußtsein und durch schrittweise Integration wird Denken angebahnt.

  • Anpassung des Organismus an seine Umwelt, d.h aktive Interaktion zwischen Individuum und Umwelt, wobei der Mensch sich nicht nur auf seine Umweltverhältnisse einstellt, sondern diese auch sich anpasst.

  • Die Fähigkeit von logischen und kognitiven Prozessen wird im Grundschulalter ständig durch Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen sowie im kindlichen Spiel kontrolliert, verbessert und erweitert.

  • Gut funktionierende Warnehmungs- und Bewegungssysteme sind auch beim Erlernen der Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen notwendig.

    (Helmut Köckenberger, Bewegtes Lernen, Dortmund 2004)

PsychomotorSpiel, Wahrnehmen, Kommunikation, Kreativität, Bewegung, Lernen, Erleben. 

  Datenschutz

ndrea Gloger